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Der Hintergrund Durch verschiedene Kampagnen ist in den letzten Jahren versucht worden,
die Öffentlichkeit für das Thema Suchtprävention zu sensibilisieren
und dabei ein allgemeines Verständnis für die Ursachenvielfalt
süchtigen Verhaltens zu schaffen. Selbstvertrauen stärken, Konfliktfähigkeit fördern,
die realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen
unterstützen - Kinder und Jugendliche auf diese Weise stark zu
machen, gilt nach aktuellem Wissensstand als der beste Schutz vor Sucht
und Substanzmißbrauch. Neue
Anzeigenserien thematisieren zur Zeit vor allem alltägliche Handlungsmöglichkeiten.
Es gilt,die "Lebenskompetenz" zu stärken - und
vor allem Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, Lebenskrisen
und Konflikte ohne Suchtstoffe zu bewältigen. Jugendliche haben eine
Fülle sog. "Entwicklungsaufgaben" (Ablösen vom Elternhaus,
Aufbauen einer Geschlechtsrollenidentität, Berufsfindung, Sinngebung
usw.) zu bewältigen. In dieser entwicklungskritischen Lebensphase gilt es, auf Schutzfaktoren
zurückgreifen zu können, die stabilisierend wirken. Dazu gehören
z.B. Entwicklung von Frustrationstolerenz, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeiten,
Grenzendruck aushalten und "Neinsagen" zu können. Bei
all diesen bundesweiten Aktionen fehlte jedoch der regionale Bezug.
Mit den Aussagen der Plakat(Aktionen) konnte man sich identifizieren,
nicht aber mit den abgebildeten Personen. Mit dieser Diskrepanz nahm ich
Kontakt mit der Firma Kreißler Werbung und So' auf, einem etablierten
Werbeinstitut in Eschwege, selbst Ausbildungsstätte für Jugendliche
in kreativen Berufen. In einigen intensiven Gesprächen mit dem Werbeinstitut entwickelten
wir dann die Kampagne
ErLeben, wovon das Leben wirklich abhängt' mit dem Ziel, zusammen mit Jugendlichen aus dem Werra-Meißner-Kreis
ein Plakat zur Suchtprävention zu entwickeln. Es sollten Fotocollagen
entstehen, die möglichst authentisch Alltags(er)Leben Jugendlicher
abbilden. Die
Jugendlichen sollten · sich mit Fragen von Suchtentstehung und -ursachen auseinandersetzen · herausfinden und erfahren, welche Schutzfaktoren' es vor Sucht gibt · diese in Fotos und jugendgemäße Slogans umsetzen Die Plakate sollten provozieren, Fragen wecken und
Menschen in der Region miteinander ins Gespräch bringen.
Das
Besondere an diesem Projekt war der völlig unkonventionelle Zugang
zum Thema Sucht und Drogen, da nicht das Suchtmittel an sich im Mittelpunkt
der Überlegungen stand, sondern nach alltäglichen Ursachen für
Suchtverhalten gefragt wurde und demzufolge überlegt werden sollte,
wie Prävention aussehen kann, die ebenfalls im Alltag ansetzt. |