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Kinder stark machen gegen Drogen
WERRA-MEISSNER-KREIS
"Wir sind nicht in einer Gegend ohne Drogen, im Gegenteil." Stephan Brübach, Vater eines Grundschülers, sieht schon wegen des illegalen Drogenhandels direkt vor den Schultoren dringenden Bedarf und unterstützt das Projekt. "Klasse-2000" heißt es, nun sind auch fünf Grundschul-Klassen aus dem Kreisteil Witzenhausen dabei.
Wenn also die Dealer in nächster Nähe lauem, wie sollen die Kinder immun gemacht werden gegen das gefährliche Angebot? Statt auf die konservative Aufklärung über Drogen setzt Harald Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention in Eschwege auf moderne Suchtvorbeugung. Deren Ansatz ist, die Kinder "stark zu machen". All jene Faktoren, die eine positive Einstellung zur Gesundheit fördern und einem gesundheitsschädlichen Verhalten vorbeugen, sollen gestärkt werden. Dann, so Nolte, seien sie später auch stark genug, um Drogen nicht zum Lösen von .Problemen in ihrem Leben einzusetzen.
Diese Förderung der Kinder soll frühzeitig, langfristig und beständig erfolgen. Deshalb wird bei dem Projekt "Klasse 2000" zu Beginn der Grundschule bis zum Ende der vierten Klasse gearbeitet. Dann wird den Kindern nicht nur der Begriff der körperlichen, sondern auch der seelischen Gesundheit nahe gebrächt.
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Soziales Verhalten
In der dritten- und vierten Klasse wird auch soziales Verhalten gelehrt und, ganz wichtig, das Selbstwertgefühl so weit' gekräftigt, dass man Nein sagen kann. Dies alles soll möglichst in kindgerechter, spielerischer Form geschehen.
Dazu müssen sich die Klassenlehrkräfte, die zehn bis zwölf Unterrichtsstunden pro Schulhalbjahr diesem Thema widmen, natürlich speziell vorbereiten. Dabei hilft umfangreiches Begleitmaterial. Ferner sind extra Gesundheitsförderinnen, die regelmäßig geschult werden, beauftragt, zwei bis drei Mal pro Halbjahr in "ihre" Klasse zu kommen und auf andere Art und Weise ebenfalls an dem Thema zu arbeiten.
Zudem erhalten die Kinder neben einer Arbeitsmappe mit einem gelbköpfigen Strichmännchen namens "Klaro", das alle selbst basteln werden, auch eine kleine lustige Identifikationsfigur.
Weil vom Kultusminister aber kein Geld für das Projekt locker gemacht wird, sind Sponsoren erforderlich. 280 Euro pro Schuljahr und Klasse kostet -immerhin über vier Jahre hinweg - die Teilnahme.
Zum Start im Kreisteil Witzenhausen hat es für fünf Klassen der Grundschulen Gertenbach, Hundelshausen und Bad Sooden-Allendorf gereicht. Eine Klasse wird von Stephan Brübach über dessen Planungsunternehmen "by Brübach" (Witzenhausen) gefördert. Das Witzenhäuser Papierverarbeitungswerk von Procter&Gamble hat ebenfalls die Patenschaft für eine .Klasse übernommen, des weiteren die Firma Plastoreg in Witzenhausen.
Hilfe vom Lions-Club
Und für zwei Klassen zahlt der Lions-Club Bad Sooden-Allendorf, der von Anfang an die Finanzierung zugesagt hatte und dann selbst auf Sponsorensuche gegangen war.
Weitere Sponsoren, die nicht unbedingt Firmen sein müssen, sondern genauso gut Vereine oder auch Eltern sein können, sind erwünscht. Zumal sich schon jetzt zwei Klassen in der Warteschleife befinden. Außerdem soll das Projekt "keine Eintagsfliege sein, sondern eine Lawine werden" , wie sich nicht nur Sponsor und Vater Brübach erhofft. Das heißt, auch im nächsten Schuljahr sollen wieder neue Klassen einsteigen können, vielleicht noch mehr als diesmal. (Stefan Forbert)
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