Der Suchtmensch

(bis 15 TeilnehmerInnen; 90-120 Min)

Die TeilnehmerInnen sitzen im Kreis. Auf dem Boden wird ein leeres Plakat ausgebreitet. Eine TeilnehmerIn legt sich auf das Plakat, eine andere zeichnet mit einem dicken Stift ihren Umriss nach. Danach setzen sich beide wieder in den Kreis.
Die TeilnehmerInnen rufen jetzt der GruppenleiterIn alle Begriffe zu, die ihnen zu einem Süchtigen einfallen. Dabei dürfen nicht nur, sondern sollen auch Vorurteile genannt werden. (Beachte Brainstorm-Regeln) Bei den Begriffen kann es sich um Tätigkeiten, Charaktereigenschaften, Beschreibungen, Äußerlichkeiten, etc. handeln. (z. B. : perspektivlos, faul, schwach, aidskrank, . . .)
Die GruppenleiterIn schreibt diese Begriffe in den Körperumriss. (Sie kann die Begriffe auch an bestimmte Körperstellen schreiben. Oder die TeilnehmerInnen haben alle Stifte und schreiben selber) Es sollen möglichst viele und unterschiedliche Begriffe genannt werden.
Anschließend wird das Plakat sichtbar an die Wand gehängt und ein zweiter Körperumriss angefertigt. Jetzt sollen die TeilnehmerInnen sich selbst beschreiben. Dabei sollen sie Eigenschaften aus dem Suchtmenschen suchen, die sie auch von sich kennen. Die GruppenleiterIn sollte klarstellen, dass man nicht immer die gleichen Eigenschaften hat.
Es können also auch Begriffe gewählt werden, die nur gelegentlich zutreffen. Danach wird das Plakat neben den Suchtmensch gehängt. Jetzt sollen in einer ersten Runde spontane Äußerungen folgen. In einem anschließenden Auswertungsgespräch kann es um folgende Fragen gehen:

*Im Vordergrund sollen weniger die Ursachen und Arten von Süchten
stehen, sondern eher die Gefühle der Teilnehmerlnnen.

*War es schwer Eigenschaften für den Suchtmenschen zu finden?

*Was für Gefühle sind gegenüber diesem Bild vorhanden?

*War es schwer das Plakat für den "normalen " Menschen zu füllen ?

*Wie stark ähneln sich beide?

*Was steckt hinter den Bildern? Sind Suchtkranke so? Gibt es "den" Suchtkranken?

*Welche Phantasien haben wir, woher kommen sie?

Im Anschluss an diese Übung kann man die Frage nach den Ursachen thematisieren. Dabei sollte der persönliche Bezug nicht aus den Augen verloren werden. (Ausweichendes Verhalten - Gewohnheit - Sucht)

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