Die TeilnehmerInnen sitzen im Kreis. Auf dem Boden wird ein leeres
Plakat ausgebreitet. Eine TeilnehmerIn legt sich auf das Plakat, eine
andere zeichnet mit einem dicken Stift ihren Umriss nach. Danach
setzen sich beide wieder in den Kreis. Die TeilnehmerInnen rufen jetzt
der GruppenleiterIn alle Begriffe zu, die ihnen zu einem Süchtigen
einfallen. Dabei dürfen nicht nur, sondern sollen auch Vorurteile
genannt werden. (Beachte Brainstorm-Regeln) Bei den Begriffen kann
es sich um Tätigkeiten, Charaktereigenschaften, Beschreibungen,
Äußerlichkeiten, etc. handeln. (z. B. : perspektivlos, faul, schwach,
aidskrank, . . .) Die GruppenleiterIn schreibt diese Begriffe in den
Körperumriss. (Sie kann die Begriffe auch an bestimmte Körperstellen
schreiben. Oder die TeilnehmerInnen haben alle Stifte und schreiben
selber) Es sollen möglichst viele und unterschiedliche Begriffe
genannt werden. Anschließend wird das Plakat sichtbar an die Wand
gehängt und ein zweiter Körperumriss angefertigt. Jetzt sollen die
TeilnehmerInnen sich selbst beschreiben. Dabei sollen sie
Eigenschaften aus dem Suchtmenschen suchen, die sie auch von sich
kennen. Die GruppenleiterIn sollte klarstellen, dass man nicht
immer die gleichen Eigenschaften hat. Es können also auch Begriffe
gewählt werden, die nur gelegentlich zutreffen. Danach wird das
Plakat neben den Suchtmensch gehängt. Jetzt sollen in einer
ersten Runde spontane Äußerungen folgen. In einem anschließenden
Auswertungsgespräch kann es um folgende Fragen gehen:
*Im Vordergrund sollen weniger die Ursachen und Arten von Süchten
stehen, sondern eher die Gefühle der Teilnehmerlnnen.
*War es schwer Eigenschaften für den Suchtmenschen zu finden?
*Was für Gefühle sind gegenüber diesem Bild vorhanden?
*War es schwer das Plakat für den "normalen " Menschen zu füllen ?
*Wie stark ähneln sich beide?
*Was steckt hinter den Bildern? Sind Suchtkranke so? Gibt es "den"
Suchtkranken?
*Welche Phantasien haben wir, woher kommen sie?
Im Anschluss an diese Übung kann man die Frage nach den Ursachen
thematisieren. Dabei sollte der persönliche Bezug nicht aus den Augen
verloren werden. (Ausweichendes Verhalten - Gewohnheit - Sucht)

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