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Peer – Education
Neue Wege in der Suchtprävention
Der Peer-Group (Gleichaltrigengruppe) kommt in der Pubertät und Adoleszenz eine bedeutende Rolle zu: Sie ist Hilfsmittel bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben, indem sie mit zur Identitätsfindung, der Ablösung vom Elternbaus und der Entwicklung persönlicher Perspektiven für die Zukunft beiträgt. Die Peer-Group ist zugleich auch Entwicklungsaufgabe selbst: in ihr gilt es klarzukommen, einen Platz darin zu finden und Beziehungen aufzubauen.
Ihre Bedeutung wächst mit der zunehmenden Abgrenzung und dem Widerstand gegenüber den Eltern und mit der Heftigkeit bzw. Konfliktfähigkeit, mit der dieser Prozess verläuft. Wesentlich stärker als Erwachsenenvorbilder, die häufig von Jugendlichen weit entfernt sind, kommt so der Einstellung und dem Verhalten der Meinungsführer/innen in den Peer-Groups eine oft entscheidende Rolle zu. Peer-Leader bestimmen die Regeln in der Gruppe und die Inhalte. Sie haben entscheidenden Einfluss auf:
- Gesundheitsförderung/Prävention
Suchtmittelkonsum und Risikoverhalten der Gruppe; sowohl der Einstieg in den Konsum von legalen, als auch illegalen Drogen erfolgt nahezu ausschließlich über den Freundes- oder Bekanntenkreis.
- Gewalt- und Konflikterfahrungen
Konfliktlösungsstrategien, die in der Gruppe angewendet werden,
- Die Art der Freizeitgestaltung (passiver Konsum oder aktives Erleben)
- Entwicklung sexueller Identität
Freundschaften
Geschlechtsdifferenzierung
- Entwicklung v. Medienkompetenz
- Fernsehen / Video
Computer / Internet
Folgende Gründe machen Peer-Education zu einem geeigneten Mittel in der Präventionsarbeit:
- Jugendliche verfügen untereinander über die gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Erfahrungen, Ängste und Probleme mit Eltern, Schule, Freundschaften u.a. Sie können sich von daher besser in die Lage der Gleichaltrigen versetzen als erwachsene PädagogInnen, die sich in einer anderen Lebenslage befinden.
- Jugendliche müssen sich - anders als erwachsene Gruppenleiter und PädagogInnen - nicht erst eine Vertrauensbasis schaffen in der Peergroup. Sie gehören bereits dazu und sind dementsprechend anerkannt.
- Zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gibt es Barrieren und Hemmnisse, die nicht allein aus der unterschiedlichen Lebenslage und dem erst noch herzustellendem Vertrauen zu erklären sind, sondern mit der Scham zu tun haben, die sich aus den alters- und entwicklungsbedingten Nöten ergibt. Jugendliche untereinander schämen sich zwar auch, aber sie finden oft eine Sprache über Kürzel, über Symbole und über Gesten, die eine gewisse Verständigung möglich machen.
- Die Meinungen der Gleichaltrigen zählen für Jugendliche phasenweise viel mehr als die Meinung von Erwachsenen.
Nicht zuletzt hat die Peer-Group Education eine besondere Bedeutung für die Erziehenden. Sie setzen sich intensiv mit einzelnen Problembereichen auseinander und können daraus viel für ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung ziehen. Sie übernehmen Verantwortung und damit eine aktive soziale Rolle. (Quelle: Prof. Dr. Achim Schröder FH Darmstadt)
Peer-Education kann die Verantwortung von Eltern und Schule nicht ersetzen, sondern die pädagogische Arbeit nur ergänzen.
Ziele in der Sucht- und Gewaltprävention
Es wird angestrebt, Einstellungen, Werte und Normen bei Schülern zu fördern, die dem Missbrauch von Suchtmitteln entgegenwirken und Lebens- und Sozialkompetenz stärken.
Mit der Hilfe etwa gleichaltriger Multiplikatoren, die sozial einflussreich sind und eine suchtkritische Einstellung haben, sollen die Eigenverantwortung der SchülerInnen gestärkt und gesundheitliche Risiken reduziert werden. In der Gewaltprävention werden die Schüler als MediatorInnen eingesetzt.
Zur Methodik
SchülerInnen werden ausgebildet, um in der Schule Aufgaben im Sinne der Sucht- und Gewaltprävention zu übernehmen. Programmpunkte der Ausbildung sind u.a.:
- Informationen über Alltagsdrogen und illegale Drogen
- Sucht- und Gewaltdynamik
- persönliche Auseinandersetzung
- Entwicklung von Strategien im Umgang mit Betroffenen
- Interaktionsformen
- Methoden der Gesprächsführung/Mediation
- Grenzen der Hilfe
Mögliche Formen der Umsetzung an der Schule
Gespräche in Alltagssituationen sind das primäre Wirkungsfeld der Schüler-Multiplikatoren.
Darüber hinaus können sie in folgenden Bereichen mitarbeiten:
- Mediation in der Förderstufe und der 7. Jahrgangsstufe,
- in Diskussionsrunden,
- bei der Initiierung von Aktionen, z.B. Theaterstücke, Workshops, ErLebensparcours
- durch Mitarbeit in Projekten zur Sucht- und Gewaltprävention.
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