Projekt STAR
Mit Stärken und Schwächen

Schüler lernen Vertrauen in andere und die eigenen Fähigkeiten kennen

WALDKAPPEL "Haltet ihr mich wirklich?" Schulleiter Werner Tapella traute seinen Fünftklässlern dann doch und kletterte die von ihnen gehaltene Leiter hoch. Um Vertrauen - das zu anderen, aber auch das in die ebenen Fähigkeiten - ging es bei den Klassenfindungstagen der fünften Klasse der Waldkappeler Karlheinz-Böhm-Schule im Haus der Jugend in Reichenbach.

Was für die Kinder ein großes Abenteuer mit viel Spaß war, hat einen pädagogisch höchst durchdachten Hintergrund: Sich selbst und andere mit den Stärken und Schwächen wahrzunehmen, Regel für künftiges Miteinander aushandeln, Kooperations- und Vertrauensbildung und konstruktive Konfliktlösung. Star - stay together, act responsible (zusammenstehen, verantwortlich handeln) - so haben die Verantwortlichen der Fachgruppe für vernetzte Prävention das Projekt beschrieben. Dabei arbeiten die Fachstelle für Suchtprävention, die Kreisju-gendförderung, die Beratungsstellen der Arbeiterwohlfahrt und von Allerleirauh die Träger der vorbeugenden Angebote für Jugendliche im Werra-Meißner-Kreis zusammen. Die spannende Schatzsuche im Reichenbacher Schnee-Dschungel soll dabei keine einmalige Spaßaktion bleiben. Vielmehr sollen die Kinder in den nächsten zwei Jahren im Rahmen des Projektes begleitet werden. Doch auch Eltern und Lehrer sind durch Fortbildungsangebote und Informationsveranstaltungen eingebunden. Die Karlheinz-Böhm-Schule ist die erste, in der das Projekt modellhaft getestet wird. Im Oktober wurde bereits bei der Parallelklasse im Rahmen der Findungstage in Reichenbach die Schatzsuche getestet. Auch damals mit großem Echo bei den Kindern. "Die haben noch wirklich Fantasie"; freut sich Kerstin Lübkes von der Jugendförderung. Und auch Jugendpfleger Kai Siebert beobachtete, dass die Kinder etwa beim Hangeln über den fiktiven Säuresee das Abenteuer ziemlich real erlebten.

Für Harald Nolte von der Suchtprävention kommt es bei alledem darauf an, dass Lebens- und Alltagskompetenzen gefördert werden und damit Gefahren und Problemverhalten vorgebeugt wird. Förderstufenleiterin und Klassenlehrerin Christina Linke hofft, dass sich aus dem Star-Projekt eine präventive Begleitung der Schüler bis zum zehnten Schuljahr ergeben kann. Als nächstes geplant sind ein Konflikttraining in der Schule und ein Seminar zur Gewaltprävention durch die Beratungsstelle Allerleirauh.

Gert Merkel, für Witzenhäuser Allgemeine

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